Mehr als Bio im Naturkost Fachhandel

Zeigen, was den Fachhandel besonders macht

BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel im Interview

Lange geplant, geht die Kampagne „Öko statt Ego“ nun an den Start. Was soll sie erreichen?

Wir wollen zeigen, was den Fachhandel besonders macht. ‚Bio‘ ist im konventionellen LEH angekommen. Damit ist ein wichtiges Profilierungsmerkmal weggefallen. Doch die Branche steht ja für viel mehr: Gelebte Nachhaltigkeit statt Greenwashing, Ökologie vom Acker bis zum Teller, Fairness, Engagement für Artenvielfalt, ökologische Züchtung, Bodenqualität – und das sind nur einige Stichworte.

Wen wollen Sie mit der Initiative ansprechen? 

Alle Verbraucher, die nachhaltiger und ökologischer leben wollen. Und alle, die nach einer einfachen Möglichkeit suchen, sich für den Schutz von Klima, Böden und Arten zu engagieren. Denn genau das geht mit dem Einkauf im Fachhandel. Kunden, die das schon leben, sollen darin bestärkt und an den Fachhandel gebunden werden. Und die, die den Fachhandel noch nicht für sich entdeckt haben, sollen mit der Kampagne verstärkt darauf aufmerksam gemacht werden.

Wer steht hinter der Kampagne – und wer darf beziehungsweise soll mitmachen?

Die Initiative kommt von den Mitgliedern des BNN. Er stellt auch das Kampagnenbüro, sozusagen den Maschinenraum. Mitmachen können aber alle, die zum Naturkost- bzw. Naturwarenfachhandel zählen. Mitglied im BNN muss man nicht sein. 

Was kostet die Teilnahme?

Einzelhändler mit nur einer Filiale und einem Umsatz von weniger als fünf Millionen Euro zahlen nichts. Ab zwei Filialen beziehungsweise mehr als fünf Millionen Umsatz zahlen sie – wie Hersteller und Großhändler – einen halben Jahresbeitrag auf Basis der BNN-Beitragsordnung, unabhängig von der Mitgliedschaft. 

Und wie können die Läden kommunizieren, dass sie Teil der Kampagne sind?

Alle Teilnehmer bekommen ein Starter-Kit mit einer Basisausstattung an Material für den Laden und den Mitarbeiterbereich. Sie besteht aus einem Türaufkleber, einem Plakat für einen Kundenstopper und einem Plakat, das unsere Werte hinter der Kampagne zeigt. Im Webshop können zudem T-Shirts, Stoffbeutel, Schürzen und Türsticker bestellt werden. Zusätzlich gibt es digitale Vorlagen für Social-Media und Anzeigenschaltungen, Postkarten, Flyer, und Großflächenplakate, die heruntergeladen und entsprechend eingesetzt werden können.

Wie sind Ihre Erfahrungen bislang? Wie ist die Resonanz aus der Branche?

Wir haben in der Vorbereitung für den Start am 29. September viel Unterstützung und Ermutigung erfahren. Viele Branchenteilnehmer unterstützen uns mit Ideen und ihrem Netzwerk – das ist wunderbar und zeigt uns, wie wichtig der Branche dieses Projekt ist. Heute (Stand: Redaktionsschluss Ende August, Anm. der Redaktion) sind schon mehr als 100 Unternehmen und über 200 Läden dabei. Auf den kommenden Messen wollen wir noch viel mehr dafür begeistern, sich mit „Öko statt Ego“ zu zeigen und Teil dieser Bewegung zu werden, mit der sich der Naturkostfachhandel positioniert.

Interview: Susanne Gschwind

aus: BioHandel 10/2019

 

Weitere Infos zur Kampagne unter www.oekostattego.de

 

 

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