Reisebericht BioBreizh

Gemüse von bretonischem Urgestein

Die Bretagne ist die größte Halbinsel im Nordwesten Frankreichs. Sie ragt in den Golfstrom hinein und bietet ein gemäßigtes Klima, ohne Frost und Trockenperioden. Daher hat sich auf dem vulkanischen Granitboden ein bedeutendes Agrarland entwickelt. Das Landschaftsbild ist geprägt von kleinräumigen Ackerflächen und Grünland, durchzogen von Hecken und Steinmauern. Die Bretonen bewahren bewußt ihre Bräuche und ihre Sprache.Auch ihre Landwirtschaft ist noch traditionell kleinbäuerlich. Die Höfe, die wir im Oktober 2012 besichtigten, sind nur 20 bis 40 ha groß und werden überwiegend von Familien generationsübergreifend, d.h. mit den Eltern oder Geschwistern, bewirtschaftet.

Bio Breizh – bretonisches Bio mit hohem Standard

Der Verband der biologischen Erzeuger (APFLBB) gründete sich 1997 und umfasst mittlerweile ca. 60 Landwirte. Der Anbau erfolgt nach strengeren Richtlinien als es die EU-Bio-Verordnung vorgibt. Der Verband regelt die fachliche Kooperation der Landwirte und die Zusammenarbeit mit der Marke Bio Breizh. Die Erzeugermarke Bio Breizh wurde 2002 ins Leben gerufen und steht für traditionelle, bretonische Erzeugnisse aus biologischem Anbau. Bio Breizh koordiniert die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Kunden im In- und Ausland mit den Erzeugern des Bio-Gemüses auf 800 Hektar.

Richtlinien der Bio Breizh – ein Stückchen mehr Bio

Die Richtlinien der Bio Breizh betreffen die Pflege der Bodenqualität, den vorbeugenden Pflanzenschutz, die Bewahrung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und den Schutz der natürlichen Ressourcen. Der Anbau ist frei von CMS-Saatgut und gentechnisch veränderten Organismen. Mit dem Projekt „Bauernsamen“ fördert Bio Breizh den Erhalt der traditionellen Gemüsesorten, die von den Bauern nachbaubar sind. Für den Vertrieb gibt es Logistikstrukturen vor Ort, die die Regionalität und die Rückverfolgbarkeit der Ware garantieren.

Die bretonische Produktpalette umfasst: Blumenkohl, Weißkohl, Kartoffeln, Möhren, Brokkoli, Lauch, Sellerie, Brokkoli, Tomaten, Artischocken, Zwiebeln, Rhabarber, Rote Bete etc.

Stellvertretend die Beschreibung besuchter Gemüsebaubetriebe:

Patrick Cabioch

Cabioch hat seinen Betrieb 2009 umgestellt und baut Hackfüchte und Wurzelgemüse an. Alle Familienmitglieder helfen mit, Fotos zeigen die Porreewaschstraße und den Erntewagen mit Förderband im Einsatz beim Blumenkohl. Die Fruchtfolge beinhaltet auch Kleegras, Gründüngung und Hafer.

Gerome und Enez Pirou

Gerome übernahm den Betrieb 1989 von seinen Eltern und bewirtschaftet jetzt mit 60 ha einen großen Betrieb. Daher hat er auch drei Angestellte und Saisonkräfte aus der Region. Der Betrieb hat einen tiefgründigen, fruchtbaren Boden für Gemüseanbau und fährt ein breites Anbauspektrum. Maschinen für den Getreideanbau sind überbetrieblich im Einsatz, um eine ausgewogene Fruchtfolge sicher zu stellen, unterstützen sich die Biobauern gegenseitig.

Familie Le Roux

Mit dem Ausbau der landwirtschaftlichen Handelsstrukturen übernehmen nun junge Inselbewohner wieder zunehmend die elterlichen Betriebe. Geraldine und Manuel Le Roux stammen aus der Landwirtschaft. Geraldine führt seit 2008 den Hof Ihres Onkels und stellte ihn auf biologischen Landbau um; Manuel Le Roux wirtschaftet bereits seit 1992 nach den ökologischen Richtlinien. Das junge Paar baut Hackfrüchte wie Möhren und Kartoffeln an. Sie pflegen ihre Anbauflächen mit Algen-Kompost. Diese Art der Düngung hat in der bretonischen Landwirtschaft eine lange Tradition. Die Algen werden im Meer gefischt und abgepumpt oder am Strand zusammengerecht. Mit Pflanzenresten kompostiert, bilden sie einen nährstoffreichen Grunddünger und den besonderen Geschmack der Feldfrüchte.

Jean Paul Seite

Der kleine Betrieb liegt auf der Ile de Batz, eine kleine Insel mit vielfältigem, strukturreichem Landschaftsbild. Die kleinen Gemüsefelder sind von Steinwällen umgeben und ermöglichen zusätzlich zu dem milden, ozeanischem Klima einen Windschutz. Die Erzeugnisse wachsen auch im Winter und können früh geerntet werden. Den besonderen Geschmack des Gemüses führen die Bauern auch auf die Düngung mit Algen und Gemüsefeldresten zurück. Der sandige Boden wird so immer wieder gut mit Nähr- und Mineralstoffen versorgt. Täglich werden die Produkte auf das 2 km entfernte Festland verschifft.

Odil und Jean Marie Glidil

Der Betrieb von 5 ha Größe ist seit 1992 biologisch bewirtschaftet. Hier lebt Abwechslung auf kleinstem Raum. Die Heckensäume bieten Windschutz und wichtigen Lebensraum für viele Nützlinge. Jean Marie ist selber Algenfischer.

Die Gärtner zeigen uns die jungen Blumenkohl-Kulturen für den Export, vielleicht landet der Blumenkohl bei uns auf dem Tisch. Lecker, mit bretonischem Meeresrauschen.

Schauen Sie sich gerne die bretonsichen Gärtner/innen und Landwirt/innen im Film an. Mit deutschen Untertexten erklären sie die organische Düngung, den Kartoffelanbau, die eigene Anzucht von Schalotten und Sie betonen ihren Anbau in der bretonischen Erde und Luft und nicht abgeschirmt unter Glas. Sogar eigene Saat erzeugen die Gärtnereien, um sich weiterhin frei von

Les vidéos BioBreizh :

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