Vielfältiges Engagement der Grell Stiftung für Kaltenkirchen

„Wir haben uns zu sehr daran gewöhnt, dass es uns gut geht, wir leben in Demokratie und haben jederzeit gutes Essen verfügbar. Angesichts der Ungleichheiten in der Welt sollten wir alle etwas tun, vor allem sollten wir etwas abgeben. Ökologischer Landbau und Fussabdruck sind wichtige Themen, ebenso wie die Frage, wo werden die Lebensmittel produziert. Die Kommune Kaltenkirchen stellt sich diesen Herausforderungen“, so die Begrüßungsworte von Bürgermeister Hanno Krause zur Fachtagung im Bürgerhaus.

Finanziell ermöglicht wurde die Fachtagung der Fairen Kommunen durch die Gerd Godt-Grell Stiftung. Sie förderte im Heimatort des Unternehmens Grell Naturkost ebenso zwei Filmabende (Bauer Unser, Unser Saatgut) mit Podiumsdiskussionen und verschiedene Pflanzaktionen wie die neuen Hecken und Obstbäume für die Freie Waldorfschule.

Kaltenkirchen, 13.11.2019: Die Steuerungsgruppe der Fair Trade Kommune Kaltenkirchen mit Bürgermeister Hanno Krause und Ute Thode, Beirätin der Grell Stiftung
Kaltenkirchen, 13. November 2019: Die beiden Hausmeister erhalten Unterstützung durch das Grell Naturkost Team

 

Fachtagung Faire Kommune

Zusammen mit der lokalen Fair Trade Steuerungsgruppe Kaltenkirchen und dem Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V. (BEI) lud der Dithmarscher Verein Eine Welt im Blick am Mittwoch, den 13. November 2019, zur Fachtagung Faire Kommune in Schleswig-Holstein ins Bürgerhaus nach Kaltenkirchen ein.

Die landesweite Tagung richtete sich einerseits an Aktive und Interessierte in Schleswig-Holstein, welche den Fairen Handel in ihrer Gemeinde, Stadt oder Region mit der Anerkennung als Fairtrade-Town sichtbarer etablieren wollen. Rund 50 Teilnehmer*innen diskutierten, wie kommunales Engagement zu mehr globaler Gerechtigkeit beitragen kann.

Ein Schwerpunkt war diesmal die Frage, wie die Bereiche fair, bio und regional bei Anbau und Herstellung von Lebensmitteln im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zusammengedacht werden können. Da gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, denn die verschiedenen Organisationen und auch Unternehmen, verfolgen die gleichen Ziele: Landwirtsbetrieben ein ausreichendes, existenzsicherndes Einkommen sichern, die regionale Wirtschaft zu stärken sowie umwelt- und tiergerecht zu produzieren. Im Globalen Süden wie auch im Globalen Norden.

Den Bio-Markt im Norden stellte Ute Thode anhand des regionalen Bio-Großhandel Grell Naturkost vor. „Für das Fairtrade-Siegel werden die überwiegenden Produkte ökologisch hergestellt. Und umgekehrt werden unsere Bio-Produkte überwiegend unter fairen Bedingungen produziert. Die EU-Bio-Verordnung regelt nur Bio-Anbau, -Verarbeitung und -Kennzeichnung, aber enthält keine sozialen Kriterien. Um ihr Engagement für die Arbeitsbedingungen vor Ort deutlich zu machen, entwickelten die Unternehmen der Biobranche schon von Anfang an ihre eigenen Fairlabel.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung war die Kampagne zum Lieferkettengesetz. Ziel ist die Achtung von Menschenrechten und die Vermeidung von Umweltzerstörung seitens von Unternehmen, auch im Ausland. Eberhard Roensch und Gerd Sagemüller als Vertreter der Steuerungsgruppe Kaltenkirchen bedankten sich bei der Gerd Godt-Grell Stiftung für die finanzielle Unterstützung der Tagung.

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